parametric artworks

Die Serie „superpositions“ zeigt eine Momentaufnahme von physikalischen Ereignissen wellenförmiger Überlagerungen plastisch realisiert. Diese Vorkommnisse finden wir überall. In der Quantenmechanik des Allerkleinsten bei dem Zusammenprall von Protonen bis hin zur Astrophysik des Allergrößten bei der Verschmelzung von schwarzen Löchern. Aber auch in unserer technologisierten Welt sind wir ununterbrochen von diesen Ereignissen umgeben.

Doch was eint diese Momente, die ständig und um uns herum stattfinden? Das Korrespondenzprinzip, was Niels Bohr vor mehr als 100 Jahren formulierte, diente als heuristisches Prinzip um den Übergang der klassischen Physik in die Quantenmechanik zu beschreiben. Dadurch konnte die Beziehung zwischen dem Allerkleinsten und dem Allergrößten erstmalig theoretisch bestimmt werden und verdeutlicht die Bandbreite in der wir uns bewegen.

Auf den ersten Blick wirken die Kunstwerke eher zufällig oder willkürlich. Auf den zweiten Blick lässt sich eine Struktur erkennen, die durch Symmetrien und Interferenzen bestimmt wird. Erzeugt werden die Momente von jeweils zwei Wellengeneratoren, die in Position, Frequenz und Amplitude frei parametrierbar sind, aber stets den selben physikalischen Bedingungen folgen. Diese Simulationen sind mathematisch definiert und plötzlich wird uns unterschwellig bewusst, dass die Harmonien, die wir als ästhetisch empfinden, nicht beliebig sind.

Die Reihe „superpositions“ visualisiert die Physik der Welt in der wir uns bewegen, die wir erforschen, die wir gestalten und reflektieren unser Wissen beziehungsweise unser Nichtwissen. Wellen bestimmen unser Leben, unsere Natur und unsere Technologien.

Die Frage nach dem wo kommen wir her und wo gehen wir hin lässt sich auch durch unsere Arbeiten nicht beantworten, zeigt aber einmal mehr, dass wir nur ein sehr kleiner Teil des Ganzen sind.

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